Der Weg mit Skoliose

Nicht jede diagnostizierte Skoliose ist stark ausgeprägt, nicht jeder Betroffene hat Schmerzen und auch nicht jeder hat ein Problem mit seinem äußeren Erscheinungsbild aufgrund der Skoliose. Die Gefühle und Empfindungen sind individuell und unabhängig vom Schweregrad der Skoliose. 
Es ist nicht einfach nur die "Wirbelsäule krumm". Viele Betroffene versuchen zu verstehen woher die Skoliose kommt und was sie dagegen tun können. Skoliose ist jedoch wenig erforscht bzw. es gibt wenig Ergebnisse zu Ursachen von Skoliose. Oft wird von einer idiopathischen Skoliose gesprochen, d.h. die Ursache der Skoliose ist unbekannt. 

Insbesondere bei einem schwereren Skoliosegrad folgen auf die Diagnose beim Arzt oftmals viele weitere Arztbesuche. Der erste Schock wird verarbeitet und man überlegt sich die nächsten Schritte. Es wird häufig davor gewarnt, dass sich die Krümmung schnell verschlechtern kann. Viele Betroffene werden von Gefühlen wie Angst oder Hilflosigkeit begleitet und fühlen sich häufig unverstanden. 

Auch leichtere Ausprägungen von Skoliose können bei Betroffenen ebenfalls große Herausforderungen, Zweifel und Ängste auslösen. Der Unterschied zu Personen mit starker Skoliose liegt darin, dass sie oftmals weniger Austausch über die Skoliose haben. Dennoch können sie persönlich eine große Herausforderung darin sehen, die im Außen im schlimmsten Fall sogar nicht ernst genommen wird. 

Sowohl als Kind als auch als erwachsener Angehöriger oder Betroffener steht man vor einigen Herausforderungen. Es gibt greifbare bzw. sichtbare Herausforderungen wie Korsett, Kur, Operation, Physiotherapie uvm.
Daneben gibt es noch weitere, nicht unbedingt greifbare Herausforderungen, Emotionen, Ängste und Sorgen. Innere Konflikte aufgrund des körperlichen Erscheinungsbildes, Schmerzen, Selbstzweifel oder auch (gut gemeinte) Meinungen und Äußerungen im Außen die belasten können. 

Ich begleite dich gerne dabei deine individuellen Herausforderungen zu meistern und unterstütze dich auf deinem Weg. 

Auf lange Sicht werden einem viele mögliche Einschränkungen vorhergesagt bzw. viele Betroffene fühlen sich selber eingeschränkt, z.B. bei den Jobmöglichkeiten, in der Gesundheit oder auch in der Ausübung von Sport. 
Es kann auch solche Einschränkungen geben, ich lege in der Beratung aber nicht den Fokus darauf. Ich habe auf meinem Weg mit der Skoliose gelernt, dass loslassen und annehmen wichtig ist. Ein anderer Blickwinkel lässt die Situation und auch die Zukunft schon anders aussehen und gibt Hoffnung und Zuversicht. Darum soll es in der Beratung bei mir gehen, Zuversicht, Verständnis, Glaube an dich und deinen Körper.

Ich wünsche mir, dass du innerlich aufrecht und mit Freude in deine Zukunft blickst.

Mein Weg mit Skoliose

Meine Skoliose wurde das erste Mal entdeckt als ich 12 Jahre alt war. Ich verbrachte anschließend mit meiner Mutter viel Zeit bei Ärzten, Physiotherapeuten und bei einem Orthopädietechniker, der meine Korsetts machte. 

Die Physiotherapie nach Schroth machte mir Spaß und hilft mir noch bis heute. Ich hatte eine super Physiotherapeutin mit der ich mich sehr gut verstanden habe und auch austauschen konnte. Doch leider war es ein Kampf immer wieder neue Rezepte für die Physiotherapie zu kriegen. 

Das Korsett sollte ich 23 Stunden am Tag tragen. Mir ist es sehr schwer gefallen mit dem Korsett klar zu kommen sowohl körperlich, durch Druckstellen, Schmerzen in der Wirbelsäule und die Bewegungseinschränkung, aber auch mental durch das äußere Erscheinungsbild. Ich kann sehr gut nachvollziehen wenn Menschen Probleme mit dem Tragen des Korsetts haben. 

Kurz vor meinem 16. Geburtstag folgte dann die Operation. Wir haben im Vorfeld mehrere Gespräche geführt und uns für eine Klinik in Hamburg entschieden, bei der wir uns am wohlsten gefühlt haben. Auch diese Zeit empfand ich als sehr herausfordernd.  

Beispielsweise die Kuren oder auch meine Physiotherapie haben mir damals sehr geholfen. Zum einen habe ich durch die Physiotherapie nach Schroth bin ich mir bewusster über meine Haltung geworden und habe sie verbessert. Bis heute spüre ich den Mehrwert dadurch dass ich meine Haltung "korrigieren" kann. Aber zum anderen auch weil ich gesehen habe, dass es viele Menschen gibt die mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben, der Austausch mit diesen und das Verständnis. 

Nach der Operation führte ich jedoch lange Zeit einen innerlichen Kampf gegen meinen Rücken. Schmerzen und Gefühle im Zusammenhang mit meinem Rücken wurden verdrängt, überspielt und ignoriert. Ich habe für mich irgendwann durch Yoga, Reiki und viel Arbeit mit meinem Inneren einen Weg gefunden mit der Skoliose umzugehen, sie anzunehmen und sogar dankbar zu sein. Mein Rücken macht sich in bestimmten Situationen oder Phasen bemerkbar erinnert mich daran genauer hinzuschauen.

Backlog

Ich bin selber von Skoliose betroffen und meine Jugend wurde stark davon geprägt. Artzttermine und Physiotherapie, Ausfälle in der Schule durch Kuren, Operation und Schmerzen. Zukunftsängste hinsichtlich der körperlichen Verfassung und Jobaussichten, die Liste könnte ich jetzt noch lange weiter führen. 

Heute blicke ich zurück auf diese Zeit, kann noch spüren wie groß meine Ängste und Sorgen waren und kann sie aus damaliger Sicht noch vollkommen nachvollziehen. Heute bin ich aber voller Zuversicht wenn ich in meine Zukunft blicke ich weiß, dass vieles möglich ist, swohl körperlich als auch geistig oder seelisch. 

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